Heute morgen höre ich im Radio, dass die Regierung plant, eine Einheitsrente in Höhe von 800,00 € für alle zu zahlen. Und ich habe immer noch im Ohr, als unser Nobbi Blühm vor Jahren im Brustton tiefster Überzeugung verkündete: "Die Rente ist sicher". Ja wir sind alle gleich. Nur die da oben sind ein bisschen gleicher, denn die werden ganz sicher nicht mit 800,00 € Rente nach Hause gehen.
Die können ja schon mal anfangen, für diese Minimalempfänger eine Armensiedlung am Stadtrand zu errichten, in den warmen Gegenden reichen ja auch ein paar Pappkartons, denn wer kann sich schon von 800,00 € noch die Wohnung leisten, in der er vielleicht schon dreißig oder mehr Jahre gewohnt hat. Was soll's. Die werden wie Unkraut aus der heimischen Erde gerissen und auf den Abfallhaufen der Geschichte geschmissen. Zum Leben brauchen sie ja auch nicht viel. Schließlich haben wir ja noch die Armenküchen, wo sie sich dann verschämt anstellen können, um eine Schüssel Suppe zu ergattern.
Wie arrogant muss man eigentlich sein, um solche Beschlüsse zu fassen. Aber natürlich, unsere Regierung braucht Geld, Geld und nochmals Geld, um Griechenland zu retten, unseren Bunga-Bunga-Fürsten aus Italien, Portugal und Spanien. Und die lassen sich natürlich nicht mit Brosamen abspeisen, da geht es richtig zur Sache. Und wer weiß, wer uns noch alle in die Tasche greifen will. Wenn man kein Geld von den Großkopferten bekommt, weil die ihr Geld sicher in der Schweiz oder sonstwo gebunkert haben, holt man es sich eben von den Kleinen, die können sich nicht wehren und da braucht man nicht viel Federlesens darum zu machen.
Und wenn Marie Antoinette in der französischen Revolution ziemlich dümmlich gefragt haben soll, warum die Leute auf die Straße gehen, und man ihr geantwortet hat: "Weil sie kein Brot haben, Majestät", soll sie geantwortet haben: "Wenn die kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen". Dümmer geht's nümmer,
aber das soll ein Treppenwitz sein, der sich bis heute gehalten hat.
Doch so weit hergeholt ist das gar nicht, denn ähnlich denken unsere Politiker doch auch.
www.renate-kronberg.de
Erinnerungen
Reflektionen eines Lebens
Sonntag, 16. September 2012
Freitag, 14. September 2012
OLDIES für Oldies
Heute morgen habe ich bei meinem Lieblingssender Hamburg 90,3 den Hit "Fernando" von den Abbas gehört und ich war sofort gut drauf. Die Abbas hatten Fans von 8 bis 80 und das will was heißen. Sie waren die ersten Paradiesvögel, die via Fernsehen in jede Hütte geflogen kamen, um ihre Zuhörer zu entzücken. Irgendwie wirkten sie unschuldig und liebenswert und jeder hatte sie einfach gern. Vor kurzem gab es im Fernsehen eine Abba-Nacht, die ich mir reingezogen habe, um anschließend vergnügt summend ins Bett zu gehen.
Musik ist für mich Manna. Das war sie schon immer. Sie entführte mich aus der rauhen Wirklichkeit weit weg in die Sphären himmlischer Engelschöre und zeigte mir, daß Gott hier seinen schönsten Schöpfungsakt vollzogen hat, indem er den Menschen die Gabe schenkte, zu singen und zu musizieren.
Als ich das erste Mal die Oper "La Boheme" sehen und hören durfte, habe ich mein Taschentuch naß geheult, so ergriffen war ich von der schwindsüchtigen Mimi mit ihren eiskalten Händchen, die ihr Rudolfo so verzweifelt zu wärmen versuchte.
Und als wir wieder einmal einen derartigen Eiswinter hatten, daß ich, kaum daß ich aus der Haustür getreten war, auch schon der Länge nach auf der Straße lag und auf der Spiegelglatten Fläche keinen Fuß vor den anderen bekam, beschloß ich mit meiner Freundin, die auch gerade auf allen Vieren auf mich zugekrochen kam, wieder zurück ins Haus zu kriechen, um im warmen Wohnzimmer bei Tee und Keksen Musik zu hören. Es konnte kein Bus fahren und nur Schlittschuhläufer gelangten an ihren Arbeitsplatz. Und da ich weder Schlittschuhe hatte, noch laufen konnte, war das Thema Arbeit an diesem Tag für mich passee.
Wir hörten den ganzen Vormittag Mario Lanza, der irgendwo eine Matineevorstellung gab mit sämtlichen Arien und wenn er dann aus Tosca die Arie "Und es blitzen die Sterne" sang, dann war ich hin und weg und hätte mich glatt mit ihm zusammen standesrechtlich erschießen lassen oder wäre mit der verzweifelten Tosca von der Engelsburg gesprungen.
Da ich aber empfänglich war für jede Art von Musik, wenn sie nur mein Herz berührte, war ich nicht nur auf Opern festgelegt, sondern begeisterte mich auch für Schlager, Chansons und kritischen Songs, wie denen von Robert Long, die teilweise so melancholisch und traurig klangen, wenn er z.B. von Jos sang, der nicht mehr leben wollte und einfach aus dem Lebensboot ausstieg. Oder sein Lied von der strahlenden Sonne, die auf die schrecklichsten Verbrechen schien, statt sich in tiefe schwarze Trauer zu hüllen. Oder sein Lied "Lebenslänglich", das eigentlich jedem unter die Haut gehen muß, der dieses Alter erreicht hat. Und dann gibt es noch die Filmmusik, die mich einfach aus den Schuhen haut, wie etwa der Sirtaki aus "Alexis Sorbas", der so elektrisierend war, daß man das Gefühl hatte, alle Kinobesucher würden gleich aufspringen, sich bei den Schultern fassen und gemeinsam aus dem Kino tanzen. Und gleichzeitig bekam man noch etwas mit auf den Weg, was einfach unglaublich war. Der großartige Anthony Quinn sagte während des Tanzes zu dem jungen schönen Alan Bates: Ich habe noch nie einen Mann so geliebt, wie dich." Und das klang ganz unschuldig, unerotisch, einfach so. Ein Mensch liebt einen Menschen. Nur hätte sich zu der Zeit es niemand in Deutschland und Umgebung gewagt, so etwas auszusprechen, das war nicht nur degoutant, sondern auch gefährlich, denn man hätte ihm sofort Homosexualität unterstellt.
Mittwoch, 12. September 2012
FDH, vornehme Umschreibung für: Friß die Hälfte
Es ist immer das Gleiche. Egal wer oben sitzt. Fürstenhäuser, oder solche, die sich aus der Masse nach oben gekämpft haben mit dem festen Entschluß, da oben sitzen zu bleiben komme es, was wolle.
Für die da oben gilt die Fettlebe, alles in Luxus und Übermaß, was natürlich von denen da unten finanziert werden muß, so daß für die armen Schlucker meistens nicht viel übrig bleibt. Steuereintreiber haben kein Gefühl und kein Mitleid, sie tun nur ihre Pflicht.
Dazu kommen noch die Daumenschrauben aus politischem Kalkül.
Als Roosevelt nach dem zweiten Weltkrieg auf Anraten seines Intimus Morgenthau befahl, Deutschland in ein Agrarland zurückzubefördern und alles was Wert und zu gebrauchen war, aus Deutschland herauszuschaffen und an die Alliierten zu verteilen, antwortete er auf den Einwand einer seiner Mitarbeiter, daß er damit Deutschland aushungern würde: "Die Deutschen können froh sein, wenn sie jeden Tag einen Teller Suppe haben." Außerdem sollten noch die Deiche gesprengt werden, damit Städte wie Wilhelmshaven und Kiel mit ihrem ehemaligen 1000jährigen Glanz und Gloria untergingen. Daß es dann dazu doch nicht kam, hatte wieder mit der Politik zu tun.
Stalin hatte sehr schnell seine wahren Absichten offenbart, seinen Einflußbereich bis an den Atlantik auszudehnen und den Eisernen Vorhang krachend herunterfallen lassen.
Daraufhin ruderten alle zurück. Riefen den Marshalplan ins Leben und stopften in den Westen so viel Geld wie möglich, um ihn im Ernstfall gegen die Russen ins Feld zu führen. Daran kann man sehen, wenn es der Politik dient, wird aus schwarz plötzlich weiß oder umgekehrt.
Trotzdem hatten die Menschen dicke Bäuche, weil sie von ihren Hungerödemen mit Wasser aufgeschwemmt waren und halluzinierten, wenn sie an zarten Rinderbraten oder Schweinshaxe mit Sauerkraut dachten. Diese Vorliebe für Sauerkraut hat uns dann ja auch noch den spöttischen Spitznamen "Krauts" eingebracht.
Aber die Deutschen sind nicht aufzuhalten, wenn sie ein Ziel vor Augen haben. Und das Ziel hieß: Raus aus dem Schlamassel, Trümmer wegräumen und Wiederaufbau. Und alles so schnell wie möglich hinter sich lassen und vergessen.
Die Alliierten waren platt, wie schnell sich da ein Wirtschaftswunderland etablierte und wie findig die Deutschen waren.
Ja und nun kam nach der Hungerwelle die Freßwelle. Die Menschen schmissen genau so viel in sich rein, als wären sie noch die Hungerhaken von gestern und gingen dabei auf wie ein Hefekloß, so daß jetzt das FDH in umgekehrter Folge zum Motto wurde.
Eine Diät jagte die andere, denn man wollte ja unbedingt mit dem "New Look" Staat machen und nicht mehr wie eine Trümmerfrau in Kittelschürze und Kopftuch herumlaufen.
Aber so sehr man sich auch kasteite mit Hollywood-Diät, Brigitte-Diät, Dr.Ätkins-Diät oder gar Nulldiät. Kaum hatte man die lästigen Pfunde runter und sich jubelnd in die nunmehr passenden modischen Klamotten geworfen, drehte sich das Teufelsrad schon wieder. Und eh du dich versiehst, sitzen die Pfunde schon wieder auf den Hüften und haben gleich noch ein paar mehr aufgesattelt sozusagen als eiserne Ration. Und daß es sich hierbei um den vertrakten Jojoeffekt handelt, erfuhren die Betroffenen erst, als es schon zu spät war, denn die Ernährungswissenschaftler hatten selbst keine Ahnung. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das Kainsmal des hemmungslosen Vielfraßes ohne jede Selbstdisziplin werden sie auch nicht los.
Die Schlanken wissen sowieso immer alles besser, was das Abnehmen betrifft. Sie beglücken ihre pumperlrunden Mitbürger mit Ratschlägen wie, den five-o-clock-tea der Briten vergessen, stattdessen den letzten Apfel essen, denn: one apple to day, keep the doctor away, zum Frühstück am besten nur Eigenurin trinken, das stärkt das Immunsystem und wirkt wie ein homöopathisches Mittel. Die Indische Regierung hat das schon vor Jahren ihrem armen Volk empfohlen, um es einigermaßen gesund zu erhalten. Und nach dem letzten Apfel ist Sense, dann kannst du nur noch mit irrem Blick durch die Räume rennen, wie ein Süchtiger, als den man dich ja sowieso abstempelt, nach irgend etwas Eßbarem suchen und wenn du verzweifelt den Kühlschrank aufreißt, stehen die Mäuse schon angriffsbereit und haben blank gezogen, um mit dir um den letzten Krümel Käse zu kämpfen.
Das Ganze kann dann in einer Anorexi, einer seelisch bedingten Magersucht enden oder in einer Bulimie, einer Fress-, Brechsucht, die in einem 1966 erschienenen Gesundheitsbrockhaus noch nicht einmal erwähnt ist, weil sie bis dato wohl noch nicht einmal als ernst zu nehmende Krankheit festgestellt wurde.
Entweder du überstehst das Ganze mit Narben an Leib und Seele oder auf deinem Grabstein steht: "Sie hat sich zu Tode gehungert und wird vermutlich als Spargel wiedergeboren."
Zu diesem Thema darf ich, falls Interesse besteht, auch auf meine Kurzgeschichte "Essen ist Leben" bei BookRix hinweisen http://www.bookrix.de/_mybook-ilsebill_1288171457.4335019588.
Und bei nicht künstlich herbeigeführtem Hunger, sondern tierischem Hunger aus Mangel an Eßbarem essen die Menschen auch schon mal etwas, was sie sonst nicht anrühren würden. Dazu darf ich auf meine Kurzgeschichte "Gesucht wird...." hinweisen.
http://www.bookrix.de/_mybook-ilsebill_1288102927.7100870609.
Und was die Liebe daraus macht, da kann ich Euch meine Kurzgeschichte "Liebe und andere Unwägbarkeiten" empfehlen.
http://www.bookrix.de/_mybook-ilsebill_1318073883.1077311039.
http://www.bookrix.de/ilsebill
Für die da oben gilt die Fettlebe, alles in Luxus und Übermaß, was natürlich von denen da unten finanziert werden muß, so daß für die armen Schlucker meistens nicht viel übrig bleibt. Steuereintreiber haben kein Gefühl und kein Mitleid, sie tun nur ihre Pflicht.
Dazu kommen noch die Daumenschrauben aus politischem Kalkül.
Als Roosevelt nach dem zweiten Weltkrieg auf Anraten seines Intimus Morgenthau befahl, Deutschland in ein Agrarland zurückzubefördern und alles was Wert und zu gebrauchen war, aus Deutschland herauszuschaffen und an die Alliierten zu verteilen, antwortete er auf den Einwand einer seiner Mitarbeiter, daß er damit Deutschland aushungern würde: "Die Deutschen können froh sein, wenn sie jeden Tag einen Teller Suppe haben." Außerdem sollten noch die Deiche gesprengt werden, damit Städte wie Wilhelmshaven und Kiel mit ihrem ehemaligen 1000jährigen Glanz und Gloria untergingen. Daß es dann dazu doch nicht kam, hatte wieder mit der Politik zu tun.
Stalin hatte sehr schnell seine wahren Absichten offenbart, seinen Einflußbereich bis an den Atlantik auszudehnen und den Eisernen Vorhang krachend herunterfallen lassen.
Daraufhin ruderten alle zurück. Riefen den Marshalplan ins Leben und stopften in den Westen so viel Geld wie möglich, um ihn im Ernstfall gegen die Russen ins Feld zu führen. Daran kann man sehen, wenn es der Politik dient, wird aus schwarz plötzlich weiß oder umgekehrt.
Trotzdem hatten die Menschen dicke Bäuche, weil sie von ihren Hungerödemen mit Wasser aufgeschwemmt waren und halluzinierten, wenn sie an zarten Rinderbraten oder Schweinshaxe mit Sauerkraut dachten. Diese Vorliebe für Sauerkraut hat uns dann ja auch noch den spöttischen Spitznamen "Krauts" eingebracht.
Aber die Deutschen sind nicht aufzuhalten, wenn sie ein Ziel vor Augen haben. Und das Ziel hieß: Raus aus dem Schlamassel, Trümmer wegräumen und Wiederaufbau. Und alles so schnell wie möglich hinter sich lassen und vergessen.
Die Alliierten waren platt, wie schnell sich da ein Wirtschaftswunderland etablierte und wie findig die Deutschen waren.
Ja und nun kam nach der Hungerwelle die Freßwelle. Die Menschen schmissen genau so viel in sich rein, als wären sie noch die Hungerhaken von gestern und gingen dabei auf wie ein Hefekloß, so daß jetzt das FDH in umgekehrter Folge zum Motto wurde.
Eine Diät jagte die andere, denn man wollte ja unbedingt mit dem "New Look" Staat machen und nicht mehr wie eine Trümmerfrau in Kittelschürze und Kopftuch herumlaufen.
Aber so sehr man sich auch kasteite mit Hollywood-Diät, Brigitte-Diät, Dr.Ätkins-Diät oder gar Nulldiät. Kaum hatte man die lästigen Pfunde runter und sich jubelnd in die nunmehr passenden modischen Klamotten geworfen, drehte sich das Teufelsrad schon wieder. Und eh du dich versiehst, sitzen die Pfunde schon wieder auf den Hüften und haben gleich noch ein paar mehr aufgesattelt sozusagen als eiserne Ration. Und daß es sich hierbei um den vertrakten Jojoeffekt handelt, erfuhren die Betroffenen erst, als es schon zu spät war, denn die Ernährungswissenschaftler hatten selbst keine Ahnung. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das Kainsmal des hemmungslosen Vielfraßes ohne jede Selbstdisziplin werden sie auch nicht los.
Die Schlanken wissen sowieso immer alles besser, was das Abnehmen betrifft. Sie beglücken ihre pumperlrunden Mitbürger mit Ratschlägen wie, den five-o-clock-tea der Briten vergessen, stattdessen den letzten Apfel essen, denn: one apple to day, keep the doctor away, zum Frühstück am besten nur Eigenurin trinken, das stärkt das Immunsystem und wirkt wie ein homöopathisches Mittel. Die Indische Regierung hat das schon vor Jahren ihrem armen Volk empfohlen, um es einigermaßen gesund zu erhalten. Und nach dem letzten Apfel ist Sense, dann kannst du nur noch mit irrem Blick durch die Räume rennen, wie ein Süchtiger, als den man dich ja sowieso abstempelt, nach irgend etwas Eßbarem suchen und wenn du verzweifelt den Kühlschrank aufreißt, stehen die Mäuse schon angriffsbereit und haben blank gezogen, um mit dir um den letzten Krümel Käse zu kämpfen.
Das Ganze kann dann in einer Anorexi, einer seelisch bedingten Magersucht enden oder in einer Bulimie, einer Fress-, Brechsucht, die in einem 1966 erschienenen Gesundheitsbrockhaus noch nicht einmal erwähnt ist, weil sie bis dato wohl noch nicht einmal als ernst zu nehmende Krankheit festgestellt wurde.
Entweder du überstehst das Ganze mit Narben an Leib und Seele oder auf deinem Grabstein steht: "Sie hat sich zu Tode gehungert und wird vermutlich als Spargel wiedergeboren."
Zu diesem Thema darf ich, falls Interesse besteht, auch auf meine Kurzgeschichte "Essen ist Leben" bei BookRix hinweisen http://www.bookrix.de/_mybook-ilsebill_1288171457.4335019588.
Und bei nicht künstlich herbeigeführtem Hunger, sondern tierischem Hunger aus Mangel an Eßbarem essen die Menschen auch schon mal etwas, was sie sonst nicht anrühren würden. Dazu darf ich auf meine Kurzgeschichte "Gesucht wird...." hinweisen.
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Und was die Liebe daraus macht, da kann ich Euch meine Kurzgeschichte "Liebe und andere Unwägbarkeiten" empfehlen.
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Samstag, 8. September 2012
Das Sandmännchen
Hier spricht oder schreibt die Sandfrau zur Nacht aus dem Leben einer im fortgeschrittenen Alter gereiften und hoffentlich erfahrenen Frau.
Wir älteren Semester werden ja von der oftmals noch grünen Jugend gerne als Grufties abgetan, die eigentlich unter die Erde gehören, um nicht den Verkehr auf der Straße zu verstopfen. Außerdem weiß die Jugend sowieso immer alles besser als die Alten, aber davon lebt schließlich der Fortschritt in der Welt und das war schon immer so, nur nicht so extrem wie heute. Früher war die Jugend noch bereit, von den Alten das zu lernen, was sie möglicherweise für ihr eigenes Fortkommen gebrauchen konnten und haben nicht rundheraus alles in Bausch und Bogen abgelehnt, wie es heute oft der Fall ist. Dabei könnten wir älteren Semester der Jugend durchaus noch Impulse geben, wenn sie nur interessiert wären.
Ich bin im zarten Alter von dreißig Jahren im Jahre 1963 nach Hamburg gekommen, also ein Jahr nach der großen Jahrhundertflut, die Hamburg so einen großen Schaden zugefügt hat. Und in der der von mir so bewunderte Helmut Schmidt mit soviel Bravour die Probleme gemeistert hat, um den Opfern schnell und unbürokratisch zu helfen. Wo kann man das heute noch feststellen. Heute wird nur geredet und geredet, eine Kommission einberufen, die alles prüfen soll und die betroffenen Menschen gucken in die Röhre.
1962 befand ich mich noch in Wilhelmshaven, und diese Stürme ließen unsere Häuser erzittern, das einem Angst und Bange wurde. Die aufgewühlte Nordsee drückte das Wasser in den Jadebusen die Elbe hinauf bis nach Hamburg und Wilhelmsburg, wo es überall da über die Ufern trat, wo die Deiche zu niedrig waren oder unter der Wucht des Aufpralls brachen. Wilhelmshaven schon durch frühere Sturmfluten heimgesucht, hatte inzwischen große Sieltore, die geschlossen wurden. Doch auch hier war das Wasser schon bedenklich hoch bis fast an die Deichkronen und der oberen Kante des Sieltores von Mariensiel. Der starke Frost bändigte dann aber die Nordsee und ließ die Ufer zufrieren, so dass wir ziemlich weit über das Eis spazieren konnten. Das Eis war natürlich nicht glatt, sondern auf- und übereinander geschichtet, weil sich das Meer zur Wehr gesetzt hat. Aber wir sind dann von einer Eisscholle zur anderen gehüpft und unser Hund war ganz närrisch über dieses neue Erlebnis.
So, jetzt erst einmal gute Nacht. Ich hab noch schnell Pipi gemacht. Ich bin ein ungezogenes Kind, weil meine Eltern Säufer sind.
Das stimmt natürlich nicht. Denn das ist aus den Gute-Nacht- Gedichten von Ringelnatz, eines großen Hamburger Sohnes, der damals noch dafür gesorgt hat, das St. Pauli und die Reeperbahn einen gemütlichen und literarischen Touch hatten, und nicht wie heute, wo man aufpassen muss, dass einem nicht plötzlich ein Messer zwischen den Rippen steckt.
A l s o klickt mich an!!!!
Moin, moin, da bin ich wieder.
Wundert Euch nicht, dass ich Euch kurz vor Mitternacht mit einem Guten-Morgen-Gruß begrüße, aber die Ostfriesen sind ein derart mundfaules Volk, dass sie nur einen Gruß in petto haben. Das ist einfacher und sie müssen nicht erst überlegen, welche Tageszeit wir haben. Trotzdem liebe ich Ostfriesland mit ihren pittoresken kleinen Häfen mit der ewigen steifen Brise, die einem durch die Knochen fährt und dieselben zum Klappern bringt und einen Appetit auf einen starken und heißen Pharisäer macht. Den haben die plietschen Ostfriesen erfunden, um den Herrn Pastor hinters Licht zu führen, der bei den Taufen keinen Alkohol sehen wollte. Also haben sie sich einen starken Kaffee gekocht mit einem guten Schuss Rum angereichert und damit man den Alkohol nicht roch, obendrauf noch ein Sahnehäubchen gesetzt. Der Pastor hat natürlich den Kaffee pur bekommen und sich gewundert, warum seine Schäflein immer lustiger wurden. Als er den Schwindel dann durchschaut hat, hat er seine bedudelte Gemeinde mit "Pharisäer" beschimpft, was die nicht im geringsten gestört hat und diese angenehme Sitte bis heute beibehalten haben.
Mit so einer heißen Tasse zwischen den klammen Fingern und im Magen die aufsteigende Wärme verspürend kann man gemütlich auf einem Poller oder der Kaimauer hocken, die würzige Brise aus Tang und Fisch riechen, auf das Geschrei und Gezänk der Möwen hören und über die endlose Weite der grauen Nordsee, die sich am fernen Horizont mit dem Himmel vereint, seine Gedanken fliegen lassen.
Dazu fällt mir Christian Morgenstern ein, der die Möwen mit einem schönen Lied verewigt hat:
Die Möwen sehen alle aus, als ob sie Emma hießen,
sie tragen einen weißen Flaus und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot, ich lass sie lieber leben,
und füttere sie mit Roggenbrot und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest sei zufrieden, ihr zu gleichen.
So jetzt gehe ich zur Ruh, mir fallen schon die Augen zu. Bis morgen in alter Frische.
Und vergesst nicht, klickt mich an!!
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